
Mord an Politiker aus Hass auf Geflüchtete
Lohfelden (Landkreis Kassel), 14. Oktober 2015
späteren Mörder Lübckes, Stephan Ernst, anwesend war. Das Video ging in rechten sozialen Netzwerken viral und führte zu einer Flut von Hasskommentaren und Todesdrohungen gegen Lübcke. Knapp vier Jahre später endete diese Hetze mit tödlichen Schüssen: Am späten Abend des 1. Juni 2019 erschoss Stephan Ernst Walter Lübcke auf der Terrasse seines Hauses in Wolfhagen-Istha. Er machte Lübcke nicht nur für eine vermeintlich falsche Migrationspolitik, sondern auch für die sexualisierten Übergriffe von Migranten in der Silvesternacht 2015 in Köln und den islamistischen Anschlag von Nizza 2016 sowie weitere Gewalttaten von Islamisten, verantwortlich. Bestätigung für seine Mordpläne hatte Ernst sowohl durch den viralen Erfolg des Videos von der Bürgerversammlung, als auch durch Arbeitskollegen erfahren. Ausschlaggebend für seinen Entschluss Lübcke zu ermorden, war schließlich der sogenannte „Trauermarsch“ am 1. September 2018 in Chemnitz. Nach tagelangen rassistischen Hetzjagden infolge eines tödlichen Messerangriffs
am Rande eines Stadtfestes hatten führende AfD-Politiker, wie Björn Höcke, rund 4.500 Menschen nach Chemnitz mobilisiert. Ernst und H. waren dem Aufruf gefolgt.
Ernst hatte sich, entgegen seines früheren Engagements in der NPD und im Umfeld neonazistischer Kameradschaften spätestens ab 2015 der AfD und extrem rechten Gruppen wie PEGIDA und der „Identitären Bewegung“ zugewandt und diese durch Spenden unterstützt. In Thüringen und Kassel hatte er, zum Teil gemeinsam mit H., an AfD-Versammlungen teilgenommen und vor der hessischen Landtagswahl 2018 beim Aufhängen von Plakaten geholfen.
Für den Mord an Walter Lübcke wurde Ernst im Januar 2021 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Eine mögliche Mittäterschaft des Mitangeklagten Markus H. konnte das Gericht nicht zweifelsfrei klären.
Ausführlich wird Stephan Ernsts Radikalisierungsweg und die Motive zum Mord an Walter Lübcke von den Autor*innen Sascha Schmidt und Yvonne Weyrauch in einem Dossier der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung beschrieben.
hlz.hessen.de/themen/radikalisierung-in-hessen/online-dossier-zum-thema-einzelradikalisierung/am-anfang-war-rassismus-ueber-den-radikalisierungsweg-des-neonazistischen-moerders-stephan-ernst/
Empfohlen sei auch die ARD-Dokumentation „Tödlicher Hass“ von Ulrike Bremer, Adrian Oeser und Martín Steinhagen.
www.youtube.com/watch?v=fG8MHqyZR7k

Mord an Politiker aus Hass auf Geflüchtete
Lohfelden (Landkreis Kassel), 14. Oktober 2015
späteren Mörder Lübckes, Stephan Ernst, anwesend war. Das Video ging in rechten sozialen Netzwerken viral und führte zu einer Flut von Hasskommentaren und Todesdrohungen gegen Lübcke. Knapp vier Jahre später endete diese Hetze mit tödlichen Schüssen: Am späten Abend des 1. Juni 2019 erschoss Stephan Ernst Walter Lübcke auf der Terrasse seines Hauses in Wolfhagen-Istha. Er machte Lübcke nicht nur für eine vermeintlich falsche Migrationspolitik, sondern auch für die sexualisierten Übergriffe von Migranten in der Silvesternacht 2015 in Köln und den islamistischen Anschlag von Nizza 2016 sowie weitere Gewalttaten von Islamisten, verantwortlich. Bestätigung für seine Mordpläne hatte Ernst sowohl durch den viralen Erfolg des Videos von der Bürgerversammlung, als auch durch Arbeitskollegen erfahren. Ausschlaggebend für seinen Entschluss Lübcke zu ermorden, war schließlich der sogenannte „Trauermarsch“ am 1. September 2018 in Chemnitz. Nach tagelangen rassistischen Hetzjagden infolge eines tödlichen Messerangriffs
am Rande eines Stadtfestes hatten führende AfD-Politiker, wie Björn Höcke, rund 4.500 Menschen nach Chemnitz mobilisiert. Ernst und H. waren dem Aufruf gefolgt.
Ernst hatte sich, entgegen seines früheren Engagements in der NPD und im Umfeld neonazistischer Kameradschaften spätestens ab 2015 der AfD und extrem rechten Gruppen wie PEGIDA und der „Identitären Bewegung“ zugewandt und diese durch Spenden unterstützt. In Thüringen und Kassel hatte er, zum Teil gemeinsam mit H., an AfD-Versammlungen teilgenommen und vor der hessischen Landtagswahl 2018 beim Aufhängen von Plakaten geholfen.
Für den Mord an Walter Lübcke wurde Ernst im Januar 2021 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Eine mögliche Mittäterschaft des Mitangeklagten Markus H. konnte das Gericht nicht zweifelsfrei klären.
Ausführlich wird Stephan Ernsts Radikalisierungsweg und die Motive zum Mord an Walter Lübcke von den Autor*innen Sascha Schmidt und Yvonne Weyrauch in einem Dossier der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung beschrieben.
hlz.hessen.de/themen/radikalisierung-in-hessen/online-dossier-zum-thema-einzelradikalisierung/am-anfang-war-rassismus-ueber-den-radikalisierungsweg-des-neonazistischen-moerders-stephan-ernst/
Empfohlen sei auch die ARD-Dokumentation „Tödlicher Hass“ von Ulrike Bremer, Adrian Oeser und Martín Steinhagen.
www.youtube.com/watch?v=fG8MHqyZR7k