
Ermordung einer Shoah-Überlebenden
Frankfurt/Main, 23. Februar 1992
In der Nacht auf den 23. Februar 1992 war dort die 68-jährige Jüdin und Shoah-Überlebende Blanka Zmigrod mit einem Kopfschuss durch den schwedischen Rechtsterroristen John Ausonius ermordet und ausgeraubt worden. Ausonius befand sich zu diesem Zeitpunkt auf der Flucht. Zwischen August 1991 und Januar 1992 hatte er in Schweden aus rassistischen Motiven gezielt auf elf Menschen geschossen und dabei den 34-jährigen Jimmy Rajnbar getötet.
In Frankfurt war Ausonius Blanka Zmigrod in einem Restaurant begegnet, wo diese an der Garderobe arbeitete. Tage später beschuldigte er sie, seinen Taschencomputer aus seiner Manteltasche gestohlen zu haben, beleidigte sie rassistisch und drohte ihr mit den Worten „Wir sehen uns noch“. In der Mordnacht lauerte er ihr, unterwegs mit einem Fahrrad, im Kettenhofweg auf und erschoss sie. Daraufhin setzte er sich nach Südafrika ab. Zurück in Schweden konnte er im Sommer 1992 bei einem Banküberfall festgenommen werden. 1994 wurde er wegen der rassistischen Anschlagsserie in Stockholm und Uppsala zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Im August 2016 war Ausonius dann wegen der Ermordung von Blanka Zmigrod von deutschen Ermittler*innen in der schwedischen Haft verhört und schließlich im Dezember 2016 für das Strafverfahren nach Deutschland ausgeliefert worden. Im Februar 2018 – rund 26 Jahre nach der Tat – erhielt er schließlich für den Mord an der Shoah-Überlebenden eine weitere lebenslange Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung.
Auch wenn über eine Anbindung Ausonius an die extrem rechte Szene nichts bekannt ist, so wirkte er durch die wohlwollende Erwähnung seiner Taten in einem Handbuch der militanten Neonazi-Organisation „Blood & Honour“ in die Szene hinein. Sein dort beschriebenes Vorgehen könnte die neonazistische Terrorgruppe NSU („Nationalsozialistischer Untergrund“), die im „Blood & Honour“-Spektrum vernetzt war, beeinflusst haben. Im Zuge der Aufarbeitung der Mordserie des NSU wurden Ausonius´ Taten als „Blaupause“ für den NSU bezeichnet. Denn Ausonius raubte zur Finanzierung seiner Taten ebenfalls Banken aus und flüchtete bei diesen – genau wie später die NSU-Terroristen – auf einem Fahrrad. Auch in der Nutzung von Mietfahrzeugen und falschen Identitäten sowie gezielten Kopfschüssen auf vorwiegend männliche Migranten ähnelt das Vorgehen von Ausonius dem des NSU.
Zum Weiterinformieren:
Empfohlen sei an dieser Stelle die vierteilige Podcast-Serie „Searching Blanka“ des Deutschlandfunkes zum Leben von Blanka Zmigrod
www.hoerspielundfeature.de/themenseite-searching-blanka-100.html

Ermordung einer Shoah-Überlebenden
Frankfurt/Main, 23. Februar 1992
In der Nacht auf den 23. Februar 1992 war dort die 68-jährige Jüdin und Shoah-Überlebende Blanka Zmigrod mit einem Kopfschuss durch den schwedischen Rechtsterroristen John Ausonius ermordet und ausgeraubt worden. Ausonius befand sich zu diesem Zeitpunkt auf der Flucht. Zwischen August 1991 und Januar 1992 hatte er in Schweden aus rassistischen Motiven gezielt auf elf Menschen geschossen und dabei den 34-jährigen Jimmy Rajnbar getötet.
In Frankfurt war Ausonius Blanka Zmigrod in einem Restaurant begegnet, wo diese an der Garderobe arbeitete. Tage später beschuldigte er sie, seinen Taschencomputer aus seiner Manteltasche gestohlen zu haben, beleidigte sie rassistisch und drohte ihr mit den Worten „Wir sehen uns noch“. In der Mordnacht lauerte er ihr, unterwegs mit einem Fahrrad, im Kettenhofweg auf und erschoss sie. Daraufhin setzte er sich nach Südafrika ab. Zurück in Schweden konnte er im Sommer 1992 bei einem Banküberfall festgenommen werden. 1994 wurde er wegen der rassistischen Anschlagsserie in Stockholm und Uppsala zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Im August 2016 war Ausonius dann wegen der Ermordung von Blanka Zmigrod von deutschen Ermittler*innen in der schwedischen Haft verhört und schließlich im Dezember 2016 für das Strafverfahren nach Deutschland ausgeliefert worden. Im Februar 2018 – rund 26 Jahre nach der Tat – erhielt er schließlich für den Mord an der Shoah-Überlebenden eine weitere lebenslange Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung.
Auch wenn über eine Anbindung Ausonius an die extrem rechte Szene nichts bekannt ist, so wirkte er durch die wohlwollende Erwähnung seiner Taten in einem Handbuch der militanten Neonazi-Organisation „Blood & Honour“ in die Szene hinein. Sein dort beschriebenes Vorgehen könnte die neonazistische Terrorgruppe NSU („Nationalsozialistischer Untergrund“), die im „Blood & Honour“-Spektrum vernetzt war, beeinflusst haben. Im Zuge der Aufarbeitung der Mordserie des NSU wurden Ausonius´ Taten als „Blaupause“ für den NSU bezeichnet. Denn Ausonius raubte zur Finanzierung seiner Taten ebenfalls Banken aus und flüchtete bei diesen – genau wie später die NSU-Terroristen – auf einem Fahrrad. Auch in der Nutzung von Mietfahrzeugen und falschen Identitäten sowie gezielten Kopfschüssen auf vorwiegend männliche Migranten ähnelt das Vorgehen von Ausonius dem des NSU.
Zum Weiterinformieren:
Empfohlen sei an dieser Stelle die vierteilige Podcast-Serie „Searching Blanka“ des Deutschlandfunkes zum Leben von Blanka Zmigrod
www.hoerspielundfeature.de/themenseite-searching-blanka-100.html